Heimathaus Selsingen: Landwirtschaft im Wandel

Das Heimathaus in Selsingen hat inzwischen eine umfangreiche und sehr informative Sammlung zum Landleben in den letzten 300 Jahren zusammengestellt. 

 

Das Land und Leben Magazin August 2020 bietet einen Beitrag zum Heimathaus (Landwirtschaft im Wandel), den Sie auch hier im Landleben-Blog nachlesen können.

 

Desweiteren findet sich in der August-Ausgabe ein großer Sonderteil zu Osterholz Scharmbeck.  Im September wird übrigens die Samtgemeinde Selsingen den Themenschwerpunkt des Magazins darstellen.

 

Selsingen Heimathaus
Selsinger Heimathaus Ausstellung: Landwirtschaft im Wandel.

Im Selsinger Heimathaus wird die Geschichte der Landwirtschaft lebendig

 

 

Wohl kaum eine Welt hat sich im Laufe der Zeit so rapide verändert, wie die unserer Landwirtschaft.

 

Nach Mais und Biogas jetzt wieder vermehrt Getreide und Kartoffeln, auch mehr Ökolandbau.

 

Nachdem jahrelang der Maisanbau gewachsen ist, um Biogasanlagen zu füttern, sehen wir heute wieder vermehrt auch Kornfelder und Kartoffelanbau und der Ökolandbau legt kontinuierlich zu. Wohl zum ersten Mal in der Geschichte fallen jedoch die Erntedankfeste aus, auf die sich Jung und Alt in der Region um diese Zeit normalerweise freuen.

 

Ertrag je Landwirt zeigt den Wandel in der Landwirtschaft deutlich:

 

Während zu Beginn des vorigen Jahrhunderts der Anteil der in der Land- und Forstwirtschaft Erwerbstätigen in Deutschland bei 38 Prozent lag, sind es heute unter 2 Prozent. Gleichzeitig wurde der Ertrag massiv gesteigert. Um 1900 ernährte ein Landwirt eine Familie, heute 135 Personen (Zahlen DBV). Was im Jahre 2020 ein großer Mähdrescher in wenigen Minuten erledigt, dauerte vor zweihundert Jahren mehrere Tage.

 

 

Landwirtschaft früher: im Heimathaus Selsingen unmittelbar erlebbar.

 

Im Heimathaus „Greven Worth“ in Selsingen sind viele der alten Geräte ausgestellt.

 

Das Getreide wurde per Hand mit der Sense gemäht. Anschließend bündelte man die langen Halme zu Garben, was meistens die Arbeit der Frauen auf dem Feld war. Der Transport fand mit Pferdefuhrwerken statt. Es folgte das Dreschen. Das Korn musste mit Dreschflegeln aus den Hülsen im wahrsten Sinne des Wortes herausgeschlagen werden. Bevor die Körner zu Mehl gemahlen werden konnten, musste „die Streu vom Weizen getrennt“ werden, was die Herkunft des alten Sprichwortes erklärt. Für diesen Arbeitsgang benutzte man eine „Stövmöhle“ oder hochdeutsch Staubmühle. Das Stroh wurde in einer Häckselmaschine zerkleinert.

 

Nicht nur Getreide wurde geerntet, Torf benutzte man teils als Untergrund für die Pferdeställe, teils als Heizmaterial, Schafwolle musste verarbeitet werden und Honig wurde aus den Bienenstöcken gewonnen, die damals zu fast jedem Hof dazugehörten.

 

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts revolutionierten Maschinen die Landwirtschaft. Der Traktor löste das Zugtier ab, er war kostengünstiger und pflegeleichter als Pferde. Vor dem Ersten Weltkrieg konstruierte der Autobauer Henry Ford erste Schlepper im heutigen Sinne, in Deutschland brachte der Hersteller Lanz etwa zur gleichen Zeit den legendären Bulldog heraus und der erste Hanomag Trecker wurde gebaut. Neben Hanomag und Lanz waren in Deutschland die Deutz-Werke führend im Traktorenbau.

 

Neben den Traktoren wurden vor hundert Jahren weitere Erntemaschinen erfunden, so gab es Mäh- binder, die die Halme zu Garben bündelten und schließlich die ersten Mähdrescher, die alle Arbeitsschritte der Getreideernte kombinierten. Aber nicht nur die Getreideernte erfuhr vor hundert Jahren revolutionäre Änderungen, auch in anderen Bereichen der Landwirtschaft fand moderne Technik ihren Einsatz. Unsere Großväter erinnern sich noch daran, dass die Herbstferien ursprünglich Kartoffelferien hießen, weil die Kinder auf dem Feld bei der Ernte helfen mussten. (sb)

 

 

 

 

Online findet sich sogar ein Video mit einigen Impressionen des Selsinger Heimathauses.  Das hat Rainer Wahlen, der den Selsinger Fahrradladen betreibt (Rainer Wahlen Fahrrad), gedreht.  Schaut einfach mal rein. Das Video startet bei der Heimathaus-Sequenz.

 

Weitere Fotos ergänzen wir hier im Blog sicherlich im Laufe des Augusts.  Oder holt Euch einfach das aktuelle Heft  - Ausgabe 08 / 2020 - gratis. Das liegt ja zu Monatsbeginn immer in viele  Geschäften aus und bietet 'ne Menge regionale Themen und einen Veranstaltungskalender hier für die Region ROW, BRV und OHZ.

Selsingen
Selsingen und dier Orte der Samtgemeinde Selsingen werden im September im Heft mit Sonderseiten vertreten sein. Selsinger Infos, Themen und Impressionen.

 

 

Das Heimathaus findet ihr unter folgender Adresse:

 

Greven Worth 8
27446 Selsingen

 

Wenn ihr z.B. beim Spielzeug-Geschäft Wülpern einkauft oder zum Spinndönz Geschäft von Annelene Lühmann fahrt, seid ihr schon fast beim Heimathaus.

 

Stellt mal auf de Navi die "Alte Straße" ein, um in der Nähe des Heimathauses zu parken.

 

Öffnungszeiten:   ... müssen wir nachtragen  :(