Schlemmertest Gasthof Berkelmann in Fischerhude

Tradition mit viel Herz auf hohem Niveau

Im Rahmen unserer Sonder-Berichtserstattung in Fischerhude fiel uns in der Straße „Zum Dieker Ort“ das museal anmutende Schild vom Gasthof Berkelmann und das historische Gebäude auf. Wir studierten die Speisekarte und ließen uns für einen mittäglichen Schlemmertest im „Blauen Zimmer“ nieder. Schon auf dem Weg dorthin waren wir vom Stil des Hauses beeindruckt: Fünf individuell eingerichtete Themen-Zimmer (zum Teil mit hochwertigen Bildern regionaler Maler wie Modersohn) bieten Platz für ca. 120 Gäste, die auf hohem Niveau kulinarisch verwöhnt werden sollen.

Familiäres Team
Das Inhaber-Ehepaar Asil und Johannes Haltermann wurden wohl vom aufmerksamen Service-Personal über unseren Besuch informiert und so setzten sie sich für ein Gespräch kurzerhand an unseren Tisch. Hierbei erfuhren wir, dass das Haus auf eine mehr als 200-jährige Tradition zurückblicken kann und dass der gelernte Koch und Spargelbauer Johannes Haltermann mit seiner Frau und dem Team seit vier Jahren die Geschichte erfolgreich weiterschreiben – trotz Corona! „Wir haben in den zwei schweren Jahren unser gesamtes Team (23 Mitarbeiter, alle Vollzeit) durchgehend behalten, denn wir fühlen uns wie eine Familie. Das war wirtschaftlich sehr herausfordernd, hat sich aber gelohnt, weil Teile unserer Mitarbeiter in den Jahren beispielsweise beim Spargel stechen geholfen haben und die Verbundenheit untereinander noch weiter gestärkt wurde. Wir haben die Zeit außerdem für Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen in Haus und Küche genutzt und freuen uns jetzt, dass alles wieder Fahrt aufnimmt – auch die Hotel-Buchungen können sich schon sehen lassen“, so Johannes Haltermann.

Regionale und saisonale Küche
Im weiteren Gespräch erfuhren wir auch, dass die sieben Köche, die mitunter bis zu 750 Essen am Tag zubereiten, mit starken regionalem und saisonalem Bezug die gutbürgerliche Speisekarte gestalten. Klassische Fleisch- und Fischgerichte wie „Wiener Schnitzel“, „Rumpsteak mit Pfeffersauce, Bratkartoffeln und Speckbohnen“ oder „Angelschellfisch mit Dijonsenf-Sauce, Salzkartoffeln und Salat“ finden sich ebenso im Angebot wie die beliebte halbe „Barbarie-Ente kross gebraten, mit gefüllter Birne, Orangensauce, hausgemachtem Rotkohl und Klößen“. Unsere Wahl fiel auf  „Fischerhuder Hochzeitssuppe mit bunter Einlage“, „Ziegenfrischkäse überbacken an Wildkräutersalat mit Feigensenf und Baguette“ und als Hauptgänge „Wiener Schnitzel mit buntem Salat, Bratkartoffeln und Preiselbeeren“ und „Loup de mer (Wolfsbarsch) mit Salzkartoffeln, Dill-Senf-Sauce und Gemüsebeilage“.

Genuss auf ganzer Linie
Wir haben schon unzählige Hochzeitssuppen probiert, aber die im Gasthof Berkelmann war wirklich herausragend. Es war schmeckbar, dass hier nicht mit Beutelchen, sondern ausschließlich mit frischen Zutaten gekocht wird – vom Eierstich bis zu den Mark-Klösschen, alles hausgemacht. Bravo! Der überbackene Ziegenkäse war ebenso eine kreative wie schmackhafte Vorspeisen-Variante, die man so sicherlich nicht überall erhält. Nun kamen die Hauptgänge, die genauso schmeckten, wie sie aussahen: sehr lecker! Die Wiener Schnitzel (zwei Stück) waren natürlich vom Kalb und perfekt gebraten, der Salat war auch kein einfacher uninspirierter Beilagensalat, sondern bestach zum einen durch die Frische und Vielfalt (Rucola, Blattsalat, Radicchio, Kirschtomaten etc.) und zum anderen durch das Orangen-Senf-Dressing – ein Genuss! Die Bratkartoffeln waren kross gebraten und mit frischen Lauchzwiebeln verfeinert. Auf gleichem Genuss-Niveau befand sich der perfekt gebratene Wolfsbarsch, der zusammen mit den regionalen Kartoffeln und der Dill-sauce einen wirklich runden Hauptgang bildete. Für einen Nachtisch war leider kein Platz mehr, obwohl wir gerne die hausgemachte Crème brûlée oder das Mousse au Chocolat probiert hätten.

Fazit: Fischerhude und der Gasthof Berkelmann sind auf jeden Fall einen Ausflug wert – im Sommer lädt auch der Biergarten direkt neben der Kirche zum Verweilen und zum Genuss der selbstgemachten Kuchenspezialitäten ein. Das hohe gastronomische Niveau des Hauses kommt mit so viel Herz und Authentizität daher, dass sich vom Firmenchef bis zum einfachen Touristen jeder wohlfühlen muss und das entsprechende Speisenangebot ist ebenso vorhanden. Erwähnenswert ist auch, dass die Speisekarte von 12 bis 21 Uhr durchgehend gekocht wird – es gibt kein spezielles Mittagsangebot oder eine Mittagspause (mittwochs ist Ruhetag). Gerade an Wochenenden empfiehlt sich eine Tischreservierung – einfach anrufen unter 04293-344 (hier kann man auch Außer-Haus-Bestellungen aufgeben). Weitere Infos auch online unter www.haus-berkelmann.de. (hg)