KI und der Einsatz in der Medizin

 

Diagnose-Hilfe durch KI auf dem Vormarsch

 

 

 

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ist zuversichtlich, dass die Integration von Künstlicher Intelligenz im deutschen Gesundheitswesen die Qualität medizinischer Behandlungen erheblich verbessern wird. Er erkennt dabei ein bedeutendes internationales Potenzial, insbesondere in der Krebsforschung, wo Deutschland mit KI an die Weltspitze gelangen kann. Die Einführung von „Confidential Computing“, einem Konzept für die sichere Nutzung von Daten, soll die Vereinbarkeit von hohen Datenschutzstandards und der Entwicklung von KI künftig ermöglichen.

 

 

Eine Prognose des Statista Research Departments deutet bereits darauf hin, dass der Umsatz durch Künstliche Intelligenz im Gesundheitswesen weltweit bis 2028 auf 102,7 Milliarden Dollar steigen wird, im Vergleich zu den schätzungsweise 14,6 Milliarden Dollar im Jahr 2023. Eine spannende Frage in diesem Zusammenhang ist, ob KI in Zukunft Selbstdiagnosen ermöglichen wird.

 

 

Schon seit 2018 existiert die KI-Diagnosehilfe Ada. Die App „Ada – Deine Gesundheitshelferin“ nutzt Künstliche Intelligenz, um Nutzern zu helfen, ihre Gesundheit besser zu verstehen und erste Schritte in Richtung passender Behandlung zu unternehmen. Nach der Anmeldung erfasst Ada allgemeine Parameter wie Alter, Geschlecht und bekannte Grunderkrankungen. Durch das Ausfüllen eines individuellen Fragebogens erhält der Nutzer eine Liste möglicher Ursachen für seine Symptome und erfährt, wie wahrscheinlich es ist, dass andere Personen mit ähnlichen Symptomen an derselben Krankheit leiden. Die App gibt zudem Empfehlungen zur Einschätzung der Krankheit und ermöglicht das Teilen von Gesundheitsdaten mit Ärzten. Nutzer können in den Privatsphäreeinstellungen festlegen, ob sie von Ada zu Forschungszwecken kontaktiert werden möchten.

 

 

Die Anwendung markiert zweifelsohne eine Weiterentwicklung im Vergleich zur simplen Symptomrecherche im allgemeinen Internet. Ihr Algorithmus liefert deutlich personalisierte Informationen. Dennoch kann sie den Arzt keineswegs ersetzen, sondern möglicherweise dessen Fähigkeiten und Kompetenzen sinnvoll ergänzen. Angesichts des aktuellen Fortschritts im Bereich Künstlicher Intelligenz ist es nicht unwahrscheinlich, dass solche Plattformen in Zukunft optimiert werden, um frühzeitig Hinweise auf Diagnosen zu geben und Leben zu retten. (ad)