Zeven Immobilien und Stadtentwicklung

Branchengespräch zur Immobilien- und Stadtentwicklung in Zeven.

 

Zeven Immobilien Diskussionsrunde

 

Ein Beitrag auf Facebook von Christian Lange (Immobilienmakler, Dahler & Company), zur  Situation am Immobilienmarkt, rief eine angeregte Online-Diskussion hervor. Dies nahmen wir zum Anlass, die Beteiligten Immobilien-Experten einzuladen, um etwas mehr in die Tiefe zu gehen. Es kamen also Christian Lange, Florian Schulz (Schulz Immobilien), Jörg Honsa (Honsa Immobilien) und für die Samtgemeinde Zeven Christoph Reuther (Wirtschaftsförderung und Öffentlichkeitsarbeit). Die Gesprächsleitung übernahm unser Redaktionsleiter Hannes Gehring.

 

 

Das Interview finden Sie im Land und Leben Regionalmagazin in der Ausgabe 08/2020.

 

Das Gespräch fand in der Redaktion in Zeven statt.

Etwas flapsig nannte Florian Schulz den Beitrag „Geschichten aus dem Biergarten“, gliederte seine Kritik dann aber sehr professionell in fünf Punkte. U. a. widersprach er der These, dass die Immobilienpreise sinken würden. Florian Schulz: „Es gibt reichlich Experten, die genau das Gegenteil voraussagen: die Covid19-Pandemie zeigt auf, wie wichtig Wohneigentum ist und wir im europäischen Vergleich eigentlich schlecht dastehen. In Zeiten, wo das soziale Leben eingeschränkt ist, die Wirtschaft ausgebremst wird und Unsicherheiten den Alltag begleiten, ist ein sicherer Ruhepol – in Form von Wohneigentum – ideal. Werterhalt mit Wertsteigerung sind ein wichtiger Teil für die private Altersvorsorge – kurzfristige Preisschwankungen (von denen im Markt absolut nichts zu merken ist) sind bei dem langfristigen Investment zu vernachlässigen.“

 

Christian Lange vertrat außerdem die These „Leerstand durch Online-Shopping“. Florian Schulz widersprach: „Es gibt aber viele Beispiele, wie man den Einzelhandel auf das neue Verhalten umstellen kann – siehe Wischhusen. Leider sind aber auch viele Eigentümer von diesen leerstehenden Flächen nicht bereit, Geld in die Hand zu nehmen und/oder mal etwas Modernes zu probieren. Man kann dies vielleicht auf das fortgeschrittene Lebensalter der Eigentümer zurückführen oder auch der mangelnden Erfahrung mit modernen Konzepten.“ Dazu Jörg Honsa: „Dem stimme ich zu, allerdings ist die Städteplanung oftmals kontraproduktiv für den zentralen Innenstadtbereich kleinerer Orte; hier gibt es viel Luft nach oben. Wir als Immobilienberater wären gerne der ‚Wünsche-Erfüller‘ für unsere Kunden, allerdings schieben uns da die Banken einen Riegel vor, denn diese schreiben vor, was finanziert wird, gerade im Bestands-Sektor.“ Hier musste sich Christoph Reuther einschalten: „Die Stadt ist sowohl dabei zu überlegen, wie und wo Immobilien-Flächen sinnvoll erweitert oder geöffnet werden, dass es eben nicht zu weiteren Leerständen kommt als auch wie das gesamte Stadtbild attraktiver und lebendiger mit verschiedenen Maßnahmen gestaltet werden kann. Hierzu gehört auch das im letzten Jahr installierte freie WLAN in der Innenstadt und es gibt bereits eine Reihe interessanter Konzepte, die für alle Beteiligten gut scheinen und deren Umsetzung im Rathaus aktiv diskutiert werden – Leerstand ist auch aus unserer Sicht nicht wünschenswert, es wäre aber auch schön, wenn sich in der Innenstadt regionale Geschäftsleute mit lebendigen Konzepten niederlassen würden und somit auch für eine lebendige Innenstadt sorgen würden.“

 

Die von 60 auf 20 Minuten heruntergeschnittene Diskussion findet man auch jetzt noch online auf unserer Facebookseite unter „Videos“. Es ist geplant, eine ähnliche Runde jährlich stattfinden zu lassen, um herauszufinden, inwieweit sich die Prognosen und Meinungen der Beteiligten verwirklicht haben.

 

Diesen Beitrag können Sie in der gedruckten Ausgabe 08/2020 von Land und Leben nachlesen. Das Augustheft wird wieder Anfang des Monats in über 900 Auslegestellen in der Region ROW und OHZ gratis ausliegen.

 

(hg)