Von Bremervörde nach Berlin und zurück

Zwischendrin fand Jochen Hake beim Tango sein Glück!
Um beruflich voranzukommen, musste Jochen Hake die Ostestadt vor 30 Jahren verlassen. Vor drei Jahren kehrte er mit Familie zurück.


1976 in Iselersheim eingeschult; 1989 Abitur am Landwirtschaftsgymnasium; anschließend bis 1991 Bundeswehrsoldat der FlaRak36 in Bremervörde – Jochen Hake hatte eine Jugend, wie sie viele in unserer Region erlebten. Doch dann führte ihn das Leben in die Ferne. Zuerst nach Oldenburg, wo er sein Studium in Biologie als Diplombiologe abschloss. Pa rallel studierte er Politik und Geschichte. Hake arbeitete nebenher im Einzelhandel, als Grafikdesigner und im Bereich Suchtprävention, wurde AStA-Sprecher sowie Mitbegründer und Mitorganisator der ersten Treffen vom Symposium for Biology Students in Europe. Sein Hobby war das Tango-Tanzen – jedes Wochenende gab es Tanzabende in der Kulturetage. Hier lernte er Ehefrau Julia kennen und lieben. „Teilweise sind wir zusätzlich noch nach Bremen zu den Tango abenden gefahren.“


2003 rief Hakes AStA-Sprecher-Vorgänger an, fragte, ob er sich vorstellen könne, für eine etablierte Bundestagsfraktion zu arbeiten. Wenig später klappte es mit einem Praktikum im Arbeitskreis Umwelt. Es folgten eine Vertretung der damaligen Referenten für Energie und Umwelt und Werkverträge zur Ausrichtung von Konferenzen. 2005 gab es die Anstellung als Referent für Umwelt und Nachhaltigkeit in besagter Fraktion. Privat gründete das Tango-Paar eine Familie – die beiden Söhne besuchen heute Realschule bzw. Gymnasium in Bremervörde; Ehefrau Julia engagiert sich ehrenamtlich bei der BBG (Bremervörder Beschäftigungsgesellschaft) und unterstützt mit einer Kollegin Aufbau und Betreuung der Nähwerkstatt.


Weitere Höhepunkte in Berlin waren damals Besuche vom US-Präsidenten bzw. vom Papst. Die Sicherheitsvorkehrungen am Bundestag waren extrem. So durfte man weder das Büro verlassen noch an die Fens ter treten. Auf den Dächern der Gebäude des Bundestags waren Scharfschützen. Hake: „Unvergessen war auch die Feier am Brandenburger Tor, nachdem die Fußballnationalmannschaft den WM-Titel errungen hatte. Während meine Familie zum Mittagessen im Bundestag war, fuhren wenige Meter entfernt die WM-Helden im offenen Bus am Balkon vorbei, auf dem wir standen. Nach über zehn Jahren in der Hauptstadt sowie der Arbeit mit mehreren Abgeordneten, wollte ich dennoch gern etwas Neues wagen.“


Da kam ein Anruf aus der Landesvertretung Hamburg gerade recht. „Mir wurde die Elternzeitvertretung im Bereich Energie und Umwelt angeboten. Nach Klärung der Formalitäten durfte ich ab Januar 2018 nicht nur den Umweltausschuss des Bundesrates bzw. die Energiethemen im Wirtschaftsausschuss organisieren, sondern zusätzlich den Finanzausschuss im Auge behalten, um die entsprechenden Vorlagen für die Senatsdrucksachen zum Bundesrat aufzubereiten.“ Anschließend erfolgte die Bewerbung bezüglich einer Festanstellung für die Geschäftsstelle der Umweltminis terkonferenz, die 2019 in Hamburg angesiedelt wurde. „Seither bin ich in Hamburg fest angestellt. Zurzeit leite ich dort die Geschäftsstelle der Bund-/Länder-Arbeitsgemeinschaft zum Immissionsschutz.“ Und das Schönste: Die neue Aufgabe ermöglichte die Rückkehr nach Bremervörde – wo die Familie Hake seit 2018 im Stadtteil Engeo wohnt. (rgp)