Protest gegen die Abgabe der kommunalen Kita Berliner Straße an einen freien Träger

Zeven. Gegen die Pläne des Zevener Rates, die stadteigene Kita Berliner Straße an einen freien oder privaten Träger abzugeben, regt sich Widerstand: Die Beschäftigten der Kita Berliner Straße wollen gemeinsam mit Eltern, Beschäftigten der anderen Kitas und weiteren Unterstützern für den Erhalt der kommunalen Trägerschaft kämpfen. Sie sorgen sich um die Betreuungsqualität und die Arbeitsbedingungen in der Kita.
Ver.di-Gewerkschaftssekretär Jörn Kroppach: „Heimlich, still und leise und über die Köpfe der Eltern und Kita-Beschäftigten hinweg wurde kurz vor Weihnachten ein Beschluss im Rat gefällt. Wir fürchten, dass der Rat schon im Januar die Abgabe der Kita beschließen will. Dagegen wehren sich die Betroffenen.“
Kroppach fragt sich, ob die Stadt den eigenen Erzieherinnen diese Tätigkeit und sich selbst den Betrieb der Kita Berliner Straße nicht weiter zutraut. „Oder wollen Politik und Verwaltung bald sogar alle kommunalen Kitas in Zeven an andere Träger abgeben? Und jetzt startet sie einen Versuchsballon - auf dem Rücken der Kinder, Eltern und pädagogischen Kräfte? Plant die Stadt Lohndumping, um über eine schlechtere Bezahlung der künftigen Beschäftigten Geld zu sparen?“
Als ersten Schritt des Protestes sollen in Zeven Unterschriften gegen den Trägerwechsel gesammelt werden. Unterstützt werden die Beschäftigten in ihren Forderungen unter anderem von der Vorsitzenden des ver.di-Ortsvereins Bremervörde-Zeven, Renate Viebrock, Elternvertretern verschiedener Kitas, dem Zevener Ratsmitglied Simon Vlaming (SPD) sowie Personalratsmitgliedern verschiedener umliegender Gemeinden.
„Eine Abgabe an einen anderen Träger macht keinen Sinn. Der Ausschuss für Jugend, Sport und Soziales sowie der Rat der Stadt Zeven sind aufgefordert, das Einholen der Interessensbekundung sofort zu stoppen und die Abgabe der Kita Berliner Straße zu den Akten legen.“ appelliert Jörn Kroppach. Er verweist auch auf die Kommunalwahlen im kommenden Jahr und merkt an: „Eltern und Erzieherinnen sind auch Wähler. Und sie werden genau drauf schauen, wie sich in dieser Frage welche Partei verhält.“

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